Kein „Industriehafen“ entlang des Bad Salziger Rheinufers

#gegenReede2.0 im Gespräch mit Politikern und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung

Bundestagsabgeordneter Peter Bleser vermittelte ein Gespräch zwischen Birgitta Beul, der Leiterin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) Rhein und weiteren Vertretern der WSV mit Vertretern der Bürgerinitiative #gegenReede2.0 und Landrat Marlon Bröhr. Nach den Anfang Mai der Öffentlichkeit vorgestellten Planungsabsichten der WSV Rhein soll die Bad Salziger Reede in den nächsten 3 Jahren „ertüchtigt“ werden. Was mit der Formulierung „Ertüchtigung“ so harmlos daherkommt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als gravierender Eingriff in die Kulturlandschaft des Bad Salziger Rheintals. Die aktuellen Überlegungen der Schifffahrtsverwaltung kommen der eines Industriehafens gleich. Die einzelnen Reeden werden mit sogenannten Dalben (in die Flusssohle gerammte hohe Stahlpfähle mit Fest-machepollern) und Landgangstegen ausgestattet. Hinzu kommen Parkplätze teilweise zwischen B 9 und Rheinbabenallee. Nach aktueller Kenntnis sollen 46 Dalben mit 15 Landgangstegen errichtet werden. Jede Dalbe wird das Straßenniveau der B9 um mehrere Meter überragen.


(Fotomontage: WSV Rhein) So soll es nach den Plänen der WSV in einigen Jahren in Bad Salzig aussehen.


Bad Salzig liegt im Herzen des Welterbes Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal. Aktuell sind Planungen zur Attraktivierung der mittleren Ortseinfahrt auf den Weg gebracht. Bad Salzig soll sich zum Rhein, dem Kloster und den Burgen weiter öffnen. Die touristisch wertvolle Sichtachse zum Kloster Kamp-Bornhofen und dem Burgenensemble der „Feindlichen Brüder“ macht den besonderen Reiz des Bad Salziger Rheintals im Welterbe aus. Das beeindruckende Landschaftsbild wirklicher Rheinromantik zieht jeden Wanderer auf dem Rheinburgenweg und dem Rheinsteig in seinen Bann. Dieses landschaftlich einzigartige Idyll ist nun in akuter Gefahr. Ein Teil unserer Heimat würde nachhaltig und dauerhaft zerstört. Dies will die Bad Salziger #gegenReede2.0 nicht! Inzwischen sind der Bürgerinitiative 834 Unterstützerinnen und Unterstützer beigetreten. Die Initiative will erreichen, dass die Planungen der WSV Rhein so überarbeitet werden, dass sie mit den Zielen und der Prämisse Baukultur und Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ vereinbar sind.

Die klare Forderung der #gegenReede2.0 „kleiner und verlegen“ findet volle Unterstützung von MdB Peter Bleser und Landrat Marlon Bröhr. Birgitta Beul von der WSV Rhein betonte, dass man die Einwände der Bad Salziger Bevölkerung aufnehmen und versuchen werde, sie mit in die Planungen einzubauen.


(Foto: Eric Fischer) Birgitta Beul (WSA), Rene' Hellwig (WSA), MdB Peter Bleser, Alfred Fuchs, Wolfgang Spitz, Landrat Dr. Marlon Bröhr, Dr. Christian Fuchs

Nach wie vor ist große Skepsis angesagt. Die WSV Rhein ist der Ansicht, dass kein ordentliches Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden muss. So wie die Planung jetzt aufgezogen ist, werden die Stadt und die Bad Salziger „nur“ angehört, können Bedenken und Wünsche äußern. Entsprechend ist auch die Feststellung der Leiterin der WSV Rhein bei dem Ortsgespräch zu deuten. Bei Planfeststellungsverfahren können aber Rechtspositionen vor Gericht geklärt werden. Wenn erreicht werden kann, die WSV Rhein in ein Planfeststellungsverfahren zu bringen, ist Bad Salzig einen großen Schritt weiter. Deshalb ist der einstimmige Beschluss des Ortsbeirates von Bad Salzig vom 16. Juni auch so wichtig. Die Stadt muss sich von Anfang an der Sachkunde eines Fachanwaltes bedienen. Hier darf die Stadtpolitik nichts versäumen. Auch deshalb ist es wichtig, sich der Initiative anzuschließen: Bitte tragen Sie sich ein unter www.gegenreede.de


(Foto: Eric Fischer) Burkhard Höhlein, Florian Krekel (WSA), Wolfgang Spitz, Eric Betzing, Dr. Christian Fuchs, Jürgen Schneider, Julia Klinkhammer, Alfred Fuchs, Rene' Hellwig (WSA), Birgitta Beul (WSA), Dietmar Pribil (WSA), MdB Peter Bleser.